Special
Press meets Publisher 2007
Zum nunmehr zweiten Mal lud ABC Software, der Schweizer Vertriebspartner von Electronic Arts, Atari, Capcom, Midway, Sega und Vivendi Games zum Press meets Publisher Event, um uns die kommenden Spiele zu präsentieren.
Natürlich haben wir uns, genau wie auch andere inländische Pressevertreter, die Gelegenheit nicht entgehen lassen und haben am letzten Freitag die Reise nach Pfäffikon im schönen Kanton Schwyz angetreten. Im Kongress- und Eventhotel Seedamm Plaza wurden wir bereits mit frischen Croissants und heissem Kaffee an der durchaus als edel zu bezeichnenden Location empfangen. In solchen Momenten lobt man sich dann einmal mehr, in der Branche als Journalist bekannt zu sein. Doch wurden wir ja nicht (nur) zum Konsumieren von Speis und Trank eingeladen. In kleineren Gruppen besuchten wir zusammen mit Presse-Kollegen einzeln die Vertreter der Publisher, welche extra aus Deutschland angereist sind und sich in verschiedenen Konferenzräumen niederliessen. Den Anfang machte für unsere Gruppe Electronic Arts. Neben dem bereits erschienen FIFA 08 waren die gezeigten Highlights klar Need for Speed: ProStreet und Army of Two, welche beide pünktlich zum Weihnachtsgeschäft im November erscheinen werden. Die Neuauflage der bekannten Rennspielserie zeigt sich von einer etwas anderen Seite: Im Gegensatz zu Need for Speed: Carbon hat man sich von den nächtlichen Strassenrennen abgewandt und präsentiert ein frisches Event-Szenario bei Tageslicht. Die Rennen werden im Gegensatz zum Vorgänger auf extra dafür vorgesehenen, abgeriegelten Pisten ohne Zivilverkehr und Polizei ausgetragen. Der Ersteindruck verspricht sowohl technisch wie auch spielerisch gelungene Rennspielkost. Weitere Informationen zu dem Spiel folgen in Kürze anlässlich eines ausführlichen Previews. Zu Army of Two wollen wir an dieser Stelle ebenfalls keine weiteren Worte verlieren. Nicht, dass es sich nicht lohnen würde, jedoch haben wir zu dem Titel bereits ein Preview auf der Seite.
Kurz darauf durften wir bei den Kollegen von Capcom eine aktuelle Version von Devil May Cry 4 beäugen. Zu dem Titel braucht man grundsätzlich kaum etwas zu sagen. Trotz neuem Titelhelden und obwohl sich der ehemalige Protagonist Dante allem Anschein nach der dunklen Seite zugewandt hat, knüpft der vierte Teil der Saga nahtlos an den bereits hervorragenden Vorgänger an. Sowohl die übertriebene Coolness des Helden als auch die harten und actionbetonten Kampfszenen finden sich in DMC 4 wieder. Grafisch profitiert der neuste Serienableger indessen selbstverständlich von der grösseren Hardwarepower der PS3 und überrascht mit noch grösseren Endgegner, noch mehr Effekten und einem äusserst hohen Detailreichtum. Leider nur anhand eines erweiterten Trailers wurde Resident Evil 5 gezeigt. Laut den Aussagen des verantwortlichen PR-Mangers stammen die bisher veröffentlichten Bilder und Trailer aber aus einer noch früheren Version des Spiels. Der aktuelle Produktionsstand stelle die gezeigten Szenen bereits wieder in den Schatten...
Kurz vor der Mittagspause warteten noch die zwei netten Mitarbeiter von Atari in einem der Konferenzräume auf uns. Im Gepäck hatten sie ein bisher noch unveröffentlichtes, knapp zehnminütiges Video zu Alone in the Dark, welches auf PS3 und Xbox 360 erscheinen wird. Der Horror-Titel wurde bereits einige Male verschoben, doch wie es scheint, wird sich die zusätzliche Entwicklungszeit schlussendlich bezahlt machen. Edward Carnbys next-gen Abenteuer wird diesmal im und rund um den Central Park spielen und dies während einer einzigen Nacht, wo ihr als Spieler die Geheimnisse der Jahrhunderte alten Grünfläche im Herzen von New York lüften müsst. Dabei versprechen uns die Entwickler einen hohen Realismusgrad, wenn es um die Interaktion mit Carnbys Umwelt geht. So könnt beispielsweise Autos stehlen indem ihr sie kurzschliesst und euch auch in ihnen verstecken, sollten euch einmal zu viele unheimliche Gestalten auf den Fersen sein. Mächtig stolz war man auch auf die Feuereffekte im Spiel, denn erstmals soll sich ein Feuer realistisch ausbreiten und so dem Spieler einen taktischen Vorteil bieten können. Doch Vorsicht, schnell kann so ein Plan auch in die Hose gehen und euer geschickt gelegtes Feuerchen verwandelt sich in eine Todesfalle für Feind wie Freund.
Nach einigen Demonstrationen von weiteren Atari-Titeln, die für uns zumindest noch nicht relevant waren, kündigten knurrende Bäuche langsam aber sicher die Mittagspause an.
Damit die Belegschaft des Seedamm Plaza Hotels nicht in einigen Wochen die sterblichen Überreste der gesamte westschweizer Game-Presse borgen muss, wurden wir pünktlich zur Mittagszeit im grossräumigen Speisesaal gestärkt. In wohl für so manchen Anwesenden ungewohnt feiner Umgebung – Spruch des Tages: "Hmmm, seid ihr sicher, dass es hier was zu essen gibt? Ich sehe weit und breit kein gelbes M an der Wand..." – liessen wir uns die servierten Köstlichkeiten schmecken und diskutierten mit den Kollegen am Tisch bereits eifrig, was denn die bisherigen Highlights waren. Die Zeit verstrich so schneller als gedacht und der Veranstaltungsplan musste postwendend ein wenig nach hinten verlegt werden.
Also noch kurz einen Espresso nachgereicht, und schon fanden wir uns bei den beiden sichtlich gut gelaunten Herren von Vivendi Games wieder. Diese lassen die Beutelratte Crash Bandicoot wieder auf der PS2 wirbeln. In Crash of the Titans geht es in gewohnter Jump&Run Manier durch abwechslungsreiche Levels. Für uns jedoch ungleich interessanter war die gezeigte Version von TimeShift. Der Egoshooter hinterliess insgesamt einen sehr guten Ersteindruck. Die Fähigkeit der Zeitmanipulation wird einem erfreulicherweise ohne weitere Einschränkungen in die Hände gelegt, so dass man an jeder beliebigen Stelle im Spiel die Zeit anhalten, verlangsamen oder zurückspulen kann. Diese Funktionen werden nicht nur zum Lösen von kleineren, geschickt platzierten Rätseln genutzt, sondern können damit auch im Kampf jederzeit zum eigenen Vorteil "missbraucht" werden. Selbst im angekündigten Mehrspielermodus soll die Fähigkeit zur Zeitmanipulation zum Einsatz kommen, der Wirkungsbereich wird aber in diesem Fall verständlicherweise örtlich eingeschränkt sein.
Bei Sega gab’s für uns als PlayStation Only Magazin nur wenig interessantes zu sehen. Für Wii wurde "Mario and Sonic at the Olympic Games" gezeigt, auf der Xbox 360 konnten wir eine Demoversion von des Third Person Shooters The Club anspielen. Die ziemlich lineare Action-Kost, welche auch für PS3 angekündigt wurde, zielt hauptsächlich auf die Jagd nach möglichst hohen Punktzahlen. Dafür müssen in verschiedenen Levels die angriffslustigen Kontrahenten am besten mit Kopfschüssen oder sonstigen Präzisionstreffer erledigt werden. Je mehr Leute ihr über den Jordan schickt, desto mehr Punkte werden euch gutgeschrieben. Simpel, brutal – aber nichtsdestotrotz spassig. Einen "echten" Storymodus wird es entgegen ersten Ankündigungen übrigens nicht geben, dafür soll der Online-Part mit allerlei Spielmodi für Langzeitmotivation sorgen. Wer linearen, kompromisslosen Shooter-Spass mag, sollte sich The Club deshalb sicherheitshalber schon einmal vormerken.
Das Schlusslicht der Tour war für unsere Gruppe Midway. Der Publisher hat (zurecht) nicht gerade den Ruf, kinderfreundliche und gewaltfreie Software zu veröffentlichen, weshalb uns im letzten Konferenzsaal auch eher Bleihaltiges erwartete - wohlgemerkt nur auf dem Bildschirm! Der Egoshooter BlackSite: Area 51 lag in einer fast finalen Xbox 360 Version vor. Seit unseren ersten, eher mässigen Eindrücken hat sich an dem Spiel sowohl grafisch als auch spielerisch einiges getan. Die gezeigten Sequenzen lassen jedenfalls auf einen grundsoliden Egoshooter schliessen, der nicht zuletzt dank teilweise monströsen Zwischengegnern einiges an Spielspass verspricht. Die PS3-Version wird aber voraussichtlich entgegen der letzten Ankündigungen nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst Anfang 2008 erscheinen. Doch auch das heiss ersehnte Unreal Tournament 3 hatten die Jungs aus Deutschland mit im Gepäck. Auf der PS3 werden wir zwar noch bis Februar 2008 auf den Titel warten müssen, die gezeigte PC-Version zeigte aber, dass sich die Wartezeit durchaus auszahlen wird. UT 3 bietet im Vergleich zum Vorgänger im Grunde einfach mehr von allem: Mehr Maps mit mehr Platz, mehr Fahrzeuge, mehr Spielmodi, mehr Feintuning bei den Waffen, mehr Einzelspielermöglichkeiten dank einer echten Kampagne, mehr Effekte und mehr Grafik – was letztlich unserer Meinung nach auch klar zu mehr Spielspass führen wird. Insbesondere die teils monströsen Alien-Panzer, die sich auf Beinen durch die imposanten Landschaften bewegen und über enorme Feuerkraft verfügen, werden für ordentliches Schlachtfeld-Feeling sorgen. Das jederzeit verfügbare Hoverboard sorgt hingegen dafür, dass ihr schneller zu den Hotspots kommt. Ein Feature, das gerade angesichts der teilweise ausladend grossen Maps mit Sicherheit zum viel genutzten Utensil wird. Kurz gesagt: UT3 wird den hohen Erwartungen gerecht.
Damit neigte sich der "Press meets Publisher" Tag auch bereits dem Ende zu. Nach einem abschliessenden Intermezzo in dem Foyer des Hotels verabschiedeten wir uns vom Gastgeber ABC Software sowie von unseren Presse-Kollegen und traten mit frischen Eindrücken zu den kommenden Games die Heimreise an. Es bleibt uns an dieser Stelle somit eigentlich nur noch, uns bei den Verantwortlichen für den gelungenen Tag sowie die Einladung zu bedanken. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr – welche Spiele uns dann auch immer erwarten werden.
Eingetragen von cb
am 17.10.2007 8:04
am 17.10.2007 8:04
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