
Heavenly Sword
Heavenly Sword Test / Review
Seit seiner Enthüllung an der Electronic Entertainment Expo im Mai 2005 galt Heavenly Sword als einer der Gradmesser für Sonys Neuling und sollte aufzeigen, was die Konsole zu leisten im Stande sein würde. Ein kurzer Blick in unsere Mediengalerie beweist, dass dies durchaus der Fall sein dürfte, doch Grafik allein macht noch lange kein Spiel und mit einem Stigma als "God of War"-Klon hat der Titel ohnehin keinen leichten Stand.
Dabei beschreitet Heavenly Sword durchaus innovatives Terrain, wenn es darum geht, dem Action-Adventure Genre seinen Stempel aufzudrücken. Das Himmlische Schwert, Namensgeber des Spiels und sagenumwobene Waffe unvollstellbarer Macht lässt sich nämlich auf drei verschiedene Weisen führen: Standardmässig besteht das Schwert aus zwei separat geführten Klingen, die in kürzester Zeit ordentlichen Schaden austeilen können. Hält man jedoch R1 gedrückt, transformiert sich die Waffe in einen schweren Zweihänder mit gewaltiger Durchschlagskraft, der aufgrund seines happigen Gewichts allerdings recht unhandlich sein kann. Betätigt ihr hingegen die L1 Taste, hängen die beiden Klingen an langen Ketten, mit denen ihr nicht nur mehrere Gegner in eurer Reichweite mit einem Schlag treffen, sondern auch einzelne Feinde in die Luft katapultieren könnt, um sie in luftiger Höhe zu verdreschen.
Aufgrund dieser unvorstellbaren Kräfte, die dem Heavenly Sword innewohnen, verwundert es nur wenig, dass der nach Macht gierenden König Bohan sein gesamtes Heer entsandt hat, um jenen Krieger-Clan zu vernichten, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die gefährliche Klinge zu bewachen, bis der legendäre Kämpfer und rechtmässige Besitzer wieder auf die Erde zurückkehrt, um sein Eigentum einzufordern. Diesem Clan gehört auch die zierliche Heldin Nariko an, deren Existenz seit ihrer Geburt als unheilvolles Omen gewertet wurde, sollte doch statt ihrer der sagenumwobene Held geboren werden. Nichtsdestotrotz steht sie ihrem Volk bei, als dieses von Bohans Armee durch eisige Schneewüsten gejagt wird. Als letzte Hoffnung, das Schwert vor den gierigen Klauen des Königs zu verbergen, wird es Nariko anvertraut. Doch in ihrer verzweifelten Lage sieht sich die rothaarige Schönheit gezwungen, sich die Kräfte des heiligen Relikts zu Nutze zu machen, wohl wissend, dass jeder Sterbliche, der die Klinge zu führen versucht am Ende von ihr verzehrt wird. Und so macht sich die todgeweihte Heroine auf, den skrupellosen Tyrannen zur Rechenschaft zu ziehen.
In insgesamt sechs Kapiteln folgt ihr so der schönen Kriegerin auf ihrem schicksalshaften Weg, wobei ihr, ähnlich wie in God of War, erst nach und nach mehr über Freund wie Feind erfährt und sich langsam aber sicher ein Puzzle aus Legenden und Erinnerungen zusammenfügt. Die Handlung wird in atemberaubenden Sequenzen in Spielgrafik erzählt und motiviert während des gesamten Spielverlaufs fortgehend zum weiterspielen.
Das Kampfsystem in Heavenly Sword dürfte Genre Veteranen grundsätzlich vertraut vorkommen, erhält aber dank der drei Stellungen eine neue Dynamik. Mit Dreieck- und Quadrat-Button löst ihr verschiedene Angriffe aus, wobei euch ein reiches Arsenal an Kombinationsmöglichkeiten zur Verfügung steht. Je nach Performance im Kampf schalten sich mit der Zeit noch weitere Kombos sowie tonnenweise Bonusmaterial wie "Making Of” Videos und Bildergalerien frei. Die kleinen Geschenke auf dem Weg sind durchaus Motivationshilfen, doch die mittels actionreicher Kamerawechsel cineastisch inszenierten Kämpfe allein sind zweifelsfrei fesselnd genug. Spektakulär sind vor allem auch riesige Massenschlachten, bei denen sich Nariko von hunderten von Soldaten umringt sieht, während aus weiter Ferne mehr und mehr Truppen anrücken. Obwohl die Steuerung schnell ins Blut übergeht, kommt man mit simplem Button-Mashing aber kaum voran, da viele Gegnertypen eine eigene Vorangehensweise fordern und dem Spieler durchaus eine taktische Komponente und blitzschnelle Reflexe abverlangen.
Game Info
- Genre: Action-Adventure
- Entwickler: Ninja Theory
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 17.09.2007 (erschienen)
- Sixaxis Support: Ja
- Grösse der Installation: 2048 MB




